Gedichte:

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Die Fehler der anderen...

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Wenn ich immer nach den Fehlern des anderen suche,

werde ich sie ganz sicher finden

und ich werde das Gefühl haben,

dass der andere nur aus Fehlern besteht.

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Und vielleicht fühl ich mich dann besser,

besser als der andere...

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Oder vielleicht möchte ich einfach nur,

dass der andere seine Fehler ändert! - Doch warum?

Weil ich selbst darunter leide?

Weil ich selbst nicht für mich sorgen will,

nicht so sehr, dass die Fehler des anderen mir nicht mehr wichtig sind?

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Natürlich könnt ich auch die Guten Seiten nur noch sehn, die jeder in sich hat,

und die schlechten einfach ignorieren.

Einfach das Schöne sehn im Leben, positiv denken und das Schlechte schnell beiseite schieben.

Doch betrüg ich dann nicht mich oder das Leben? Oder gar Beides?

Und funktioniert das wirklich, ich meine auch auf Dauer?

Holt es mich nicht doch irgendwann dann wieder ein?

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Hab ich es dann mal doch endgültig satt,

das Gute nur zu sehen oder auch nur das Schlechte,

die Welt ständig nur in gut und schlecht zu unterteilen

und immer nur die Unfähigkeit zu sehen,

sich weder für das eine noch für das andere endgültig zu entscheiden,

dann werd ich wohl den Weg nach innen gehen,

um die Wahrheit endlich zu erkennen:

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Gottes Kinder sind wir gleichermaßen!

Doch getrennt sind wir

- egal ob gut, ob schlecht, ob fehlerhaft oder perfekt -

gleichermaßen von uns selbst!

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Allein die Angst sie wars, die gleichermaßen hat verhindert,

mich selbst zu schauen und auch mein wahres Wesen,

egal ob richtig oder falsch ich war.

Die Angst, die ich im Trotze nur verdrängt und weggeschoben,

und auch ein Leben lang bekämpft, mit Kontrolle und Kritik,

die meine Seele fraß, als wärs ihr Eigentum,

so sehr, dass ich vergaß,

dass sie mein ganzes Wesen eingenommen.

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Nun erst, da ich nach innen geh, das Gute und das Schlechte gleichermaßen mit dem Herz ich seh,

erlaubt mir das Leben, die Wahrheit nun zu sehn:

Nur Toleranz und auch Verständnis erlaubt es mir zu nehmen,

was auch immer sich in mir noch offenbaren wird,

an dunklen oder hellen Seiten.

Auch Mut braucht es, um all die Seiten wieder loszulassen,

damit mein wahres Wesen Raum bekommt,

sich in mir immer freier zu entfalten,

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Wenn du dich selbst tolerierst, dir Fehler wirklich auch erlaubst,

dann kannst du auch andere tolerieren

und musst dennoch nicht den Blick von ihren Fehlern wenden.

Nur der Sinn deines eigenes Lebens gibt dir die Möglichkeit, denn wahren Sinn auch im Leben und im Schicksal anderer zu sehen und Verständnis auf für sie zu haben...


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