Online - "Seminar" als Einführung zur Lebensschule:

2.1 Der Betrug Teil 1


Es gibt einen Betrug in unserem Leben, den wir so gut gelernt haben, dass er mittlerweile zum Selbstbetrug geworden ist. Wenn wir z.B. als Kind einen Fehler machten, wurden wir als schlecht und falsch bewertet, d.h. wir mussten uns dafür schuldig fühlen und diese Seite, die wir in diesem Moment gelebt haben unterdrücken (z.B. laut lachen). Ein Leben lang lernen wir die schlechten Seiten zu unterdrücken und die guten Seiten zu fördern, ganz wie es eben von den anderen gefordert wird. Dadurch unterdrücken wir aber auch immer mehr unser wahres Wesen und können keine Verantwortung mehr für uns selbst übernehmen. Immer mehr machen wir uns selbst und auch anderen etwas vor, spielen eine perfekte Rolle, erscheinen auf irgendeine Art und Weise und betrügen und belügen immer mehr uns selbst, Gott, das Leben, andere Menschen...

Gott kommt damit sicher klar und auch das Leben geht weiter. Andere Menschen kommen mit unserem unechten "Erscheinen" vielleicht manchmal nicht klar, doch ist das letztlich auch ihre Verantwortung. Entscheidend dabei ist mein Selbstbetrug, da ich mir selbst so viel vormache und mich somit selbst vom Leben abschneide.

Eine Übungsfrage:

Wenn sie einen normalen Arbeitstag in ihrem Leben beobachten, verhalten sie sich in ihrem Alltag gegenüber anderen eher vernünftig, d.h. finden sie es richtig und gut wie sie sich verhalten oder nicht? Wie finden sie, dass sie sich verhalten? Ist ihr Verhalten eher unsicher? Können sie authentisch reagieren? Wie reagieren sie auf Schuldzuweisungen?

Antworten:

  1. vernünftig, sauber, korrekt = "ich verhalte mich richtig" = reagiert auf Schuldzuweisungen wieder-gutmachend
  2. unvernünftig, dreist, frech = "ich will mich nicht richtig verhalten" = reagiert auf Schuldzuweisungen rechtfertigend
  3. unsicher = "ich weis nicht, wie ich mich verhalten soll" = reagiert auf Schuldzuweisungen verunsichert, Angst falsch zu sein
  4. authentisch = "ich bleibe bewusst und erkenne, wer ich wirklich bin" = reagiert auf Schuldzuweisungen selbst"bewusst" mit Verantwortung

1-3. Reaktion wegen Schuldgefühlen bzw. wegen der Unfähigkeit mit Schuldgefühlen umzugehen. Alle vier Male treffe ich eine Entscheidung, deren ich mir jedoch meist nicht bewusst bin! Sich "richtig zu verhalten" bedeutet nicht, ehrlich zu sein, also wirklich ich selbst zu sein! Für "richtiges Verhalten" gibt es keinerlei Belohnung, nur vielleicht die Illusion, dass es sie irgendwann gibt!

Einige der wichtigsten Fragen, die ich mir selbst gestellt habe:

Was, wenn ich morgen sterben würde und dann erkennen müsste, dass niemand da ist, der mich bewertet oder beurteilt und ich ganz allein verantwortlich bin, für alles, was ich in meinem Leben getan bzw. bewirkt habe? Wie würde ich über mich selbst entscheiden und urteilen? Was, wenn meine Nähe zu Gott keine Frage der Leistung, sondern meiner Ehrlichkeit ist, die ich gegenüber ihm, aber auch gegenüber mir selbst zulasse bzw. lebe?


Zurück Home